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<title>Buchstraße</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Buchstraße</span></h1>
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<p>In Großbetrieben der grafischen Industrie gibt es <b>Buchstraßen</b>, fachsprachlich auch <b>Buchfertigungsstraßen</b><sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> oder <b>Buchfließstrecken</b><sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Hier werden Bücher mit hohen Auflagen maschinell effizient gefertigt und können dadurch preisgünstig vermarktet werden. Diese taktmäßig aufeinander abgestimmten Buchstraßen bestehen aus vielen im Kreislauf stehenden Einzelmaschinen.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Diese werden von geschultem Personal bedient und gewartet. Die Einhängestation ist die Hauptmaschine der Buchstraße.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Das_Rohprodukt">Das Rohprodukt</h2></div>
<p>Die aus dem <a href="Buchdruck" title="Buchdruck">Werkdruck</a>-Bereich produzierten <a href="Rohbogen" title="Rohbogen">Rohbogen</a> kommen auf Paletten, werden mit Ordnungsnummern versehen und bereits <a href="Falzmaschine" title="Falzmaschine">gefalzt</a> der Endfertigung (industrielle <a href="Buchbinderei" class="mw-redirect" title="Buchbinderei">Buchbinderei</a>) angeliefert. Bei Kleinformaten kann man auch zu zwei Nutzen (Doppelnutzen) drucken. Dies verkürzt den gesamten Arbeitsablauf und macht ihn dadurch wirtschaftlicher.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Zusammentragmaschine">Zusammentragmaschine</h2></div>
<p>Nach dem Druck kommt zuerst die Zusammentragmaschine zum Einsatz.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> An dieser Maschine werden die angelieferten Paletten mit den Druckbogen in der richtigen Reihenfolge aufgestellt und die Druckbogen anhand von <a href="Flattermarke" title="Flattermarke">Flattermarken</a> in der richtigen Reihenfolge sortiert.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der gesamte innere Teil eines Buches oder einer Broschüre ist jetzt bereits vollständig enthalten. Der noch fehlende Umschlag (Broschur, einfacher Karton) oder das Hardcover wird erst in den späteren maschinellen Abläufen ausgeführt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Klebebindung">Klebebindung</h2></div>
<p>Beim folgenden <a href="Klebebinder" title="Klebebinder">Klebebinder</a> werden aus den jetzt zusammengetragenen, richtig übereinander liegenden Druckbogen die Buchblocks hergestellt.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die einzelnen Blöcke werden dabei im ersten Schritt, mit den Buchrücken nach unten stehend, durch flexible Transportschienen über eine <a href="Fr%C3%A4sen" title="Fräsen">Fräse</a> geführt und gestutzt. Die dadurch aufgeraute Rückenstelle wird im zweiten Schritt über rotierende Leimrollen geführt, welche endlos mit <a href="Dispersionskleber" class="mw-redirect" title="Dispersionskleber">Dispersions</a>- oder <a href="Hei%C3%9Fleim" class="mw-redirect" title="Heißleim">Heißleim</a> (Hotmelt) versorgt werden. Nach der <a href="Klebebindung" title="Klebebindung">Klebebindung</a> spricht man bereits vom fertigen <a href="Buchblock" title="Buchblock">Buchblock</a>, diesem fehlt aber noch der Endbeschnitt und der Deckenschutz. Je nachdem, ob der Buchblock im Anschluss daran einen flexiblen Kartonumschlag oder eine feste <a href="Buchdecke" title="Buchdecke">Buchdecke</a> erhält, spricht man von einer klebegebundenen <a href="Broschur" title="Broschur">Broschur</a> oder einem klebegebundenen <a href="Festeinband" class="mw-redirect" title="Festeinband">Festeinband</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Blocksäge"><span id="Blocks.C3.A4ge"></span>Blocksäge</h2></div>
<p>Eine Blocksäge wird für bereits fertig gebundene <a href="Doppelnutzen" class="mw-redirect" title="Doppelnutzen">Doppelnutzen</a>-Buchblocks benötigt, da diese erst getrennt werden müssen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Buchblocks gleich groß sind und der sogenannte Schnitt rechtwinklig ist, um den Block exakt schneiden zu können. Anschließend werden die getrennten Blocks zum Dreischneider transportiert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Blockanleger">Blockanleger</h2></div>
<p>Anders als bei Doppelnutzen-Blocks werden Einzelnutzen direkt eingelegt und über einen Auswerfer zum <a href="Dreischneider" title="Dreischneider">Dreischneider</a> befördert. Im Normalfall ist der Anleger so getaktet, dass er je nach Art des Schnitts (Einzel- oder Doppelschnitt) ein oder zwei Bücher auswirft und somit verhindert, dass das Magazin des Dreischneiders leer läuft.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Dreischneider">Dreischneider</h2></div>
<p>Im Dreischneider, fachsprachlich Dreimesserschneidemaschine, werden die Blocks von drei Seiten (Kopf-, Fuß- und Frontbeschnitt) beschnitten, damit die einzelnen Falzbögen offen sind und man das Buch später öffnen kann. Es können auch zwei Blocks gleichzeitig beschnitten werden. Dazu werden sie übereinander gelegt und dann geschnitten. Dieser Doppelschnitt erhöht zwar die Effizienz, dafür muss man mit leichten Schwankungen rechnen.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ausnahmen gibt es, wenn der Block eine Registerstanzung (Kalender, Adressbücher) oder einen <a href="Farbschnitt" class="mw-redirect" title="Farbschnitt">Farbschnitt</a> bekommt. Hier werden meist alle Seiten schon in der Bindestraße beschnitten und müssen nur noch von Hand eingelegt werden. Um saubere Ergebnisse erzielen zu können, arbeitet der Dreischneider mit der Schwungschnitt-Technik.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Zeichenbandeinlegemaschine">Zeichenbandeinlegemaschine</h2></div>
<p>In der Zeichenbandeinlegemaschine wird der geschnittene Block an ein oder zwei Stellen geöffnet. Mit verschiedenen Techniken wird dann das <a href="Zeichenband" class="mw-redirect" title="Zeichenband">Zeichenband</a> eingefädelt, an den Blockrücken gezogen und dort angeklebt.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einhängestation"><span id="Einh.C3.A4ngestation"></span>Einhängestation</h2></div>
<p>Die Einhängestation ist die Hauptmaschine der Buchstraße. Der Block läuft hinein und die Rückenbeleimung wird an der Heizung erwärmt. Danach kommt der Block in die Rundestation und wird von unten über ein Rundeeisen nach oben gedrückt und somit gerundet. Anschließend wird der Buchblock abgepresst und ein Pilz am Rücken geformt. Dieser wird zum Falzeinbrennen benötigt. Nun wird das Zeichenband angeklebt. Hierzu wird eine dünne Leimschicht auf den Rücken aufgetragen. Mittels Druckluft und einem Abstreifer wird das Zeichenband angeklebt. Nun folgen zwei Kapitalstationen. Die erste klebt eine <a href="Gaze" title="Gaze">Gaze</a> auf den Rücken, die durch den Leim des Zeichenbands kleben bleibt. Die zweite beleimt den Rücken erneut und klebt das bereits auf Krepppapier aufgeklebte <a href="Kapitalband_(Buchbinderei)" title="Kapitalband (Buchbinderei)">Kapitalband</a> auf den Block. Anschließend folgt das eigentliche Einhängen. Hierzu wird auf den Vor- und Nachsatz des Buchblocks Leim aufgetragen und der Block von unten nach oben in die Decke eingehängt. Leichte Abweichungen können den Block schief einhängen, ungleiche Kanten können gar einen Stopp der Maschine zur Folge haben.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Pressung_und_Falzeinbrennung">Pressung und Falzeinbrennung</h2></div>
<p>Hier wird das eingehängte Buch abgepresst, damit Decke und Block sauber verbunden werden können.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zusätzlich kann für die längere Haltbarkeit und Verschönerung des Buches noch ein Falz eingebrannt werden.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Etikettierer">Etikettierer</h2></div>
<p>Hier wird ein Etikett auf das Buch geklebt. Der Etikettierer kann an verschiedenen Stellen zum Einsatz kommen: nach der Presse, nach einem Stapler oder nach der Einschweißmaschine, je nachdem wie das Etikett auf dem Buch angebracht sein soll.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Buchstapler">Buchstapler</h2></div>
<p>Ein <a href="Buchstapler" title="Buchstapler">Buchstapler</a> wird verwendet, um Bücher zu stapeln oder zu wenden, zum Beispiel zum Etikettieren oder Einschweißen. Er verfügt über mehrere programmierbare Stapelmöglichkeiten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Schutzumschlagmaschine">Schutzumschlagmaschine</h2></div>
<p>In der Schutzumschlagmaschine werden Deckel und Boden des Buches geöffnet und das Buch erhält einen Schutzumschlag. Aufgrund ihres Formates und ihrer Materialeigenschaften lassen sich gewisse Schutzumschläge gar nicht oder nur sehr schwer mit der Schutzumschlagmaschine umlegen.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einschweißmaschine"><span id="Einschwei.C3.9Fmaschine"></span>Einschweißmaschine</h2></div>
<p>Die Einschweißmaschine bzw. der Schlauchbeutelautomat schweißt die Bücher einzeln oder in Paketen ein. Zwei Schwerter stülpen die Bücher in einen Folienschlauch. Diese werden dann mit einem heißen Messer voneinander getrennt. Danach wird das eingepackte Buch durch einen Ofen befördert, was die Folie zusammenschrumpfen lässt und das Buch wasserdicht einschweißt.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Helmut Kipphan (Hrsg.): <i>Handbuch der Printmedien. Technologien und Produktionsverfahren.</i> Springer, Berlin/Heidelberg 2000, ISBN 3-540-98064-4, insbesondere Kapitel 7 <i>Druckweiterverarbeitung</i>, S. 818–899.</li>
<li>Dieter Liebau, Inés Heinze: <i>Industrielle Buchbinderei. Buchfertigung (Serie).</i> 3. Auflage. Verlag Beruf und Schule, Itzehoe 2010, ISBN 978-3-88013-679-3.</li>
<li>Dietmar Strauch, Margarete Rehm: <i>Lexikon Buch Bibliothek Neue Medien</i>. K. G. Saur, München 2007, ISBN 978-3-598-11757-2</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.dgr-graphic.de/produkte/buchstrasse-rhle-30.html">Buchstraße</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Dietmar Strauch, Margarete Rehm, Lexikon Buch Bibliothek Neue Medien, K. G. Saur, München 2007, S. 92</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Dieter Liebau, Ines Heinze, Industrielle Buchbinderei, Verlag Beruf + Schule, Itzehoe 2001, S. 480</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Helmut Hiller: Artikel <i>Buchstraße.</i> In: <i>Wörterbuch des Buches.</i> 4.&nbsp;Auflage. Frankfurt 1980, S. 70.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Dieter Liebau, Ines Heinze, Industrielle Buchbinderei, Verlag Beruf + Schule, Itzehoe 2001, S. 175ff</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Dieter Liebau, Ines Heinze, Industrielle Buchbinderei, Verlag Beruf + Schule, Itzehoe 2001, S. 190f</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Dieter Liebau, Ines Heinze, Industrielle Buchbinderei, Verlag Beruf + Schule, Itzehoe 2001, S. 305ff</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Dieter Liebau, Ines Heinze, Industrielle Buchbinderei, Verlag Beruf + Schule, Itzehoe 2001, S. 351ff</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Dieter Liebau, Ines Heinze, Industrielle Buchbinderei, Verlag Beruf + Schule, Itzehoe 2001, S. 376f</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Dieter Liebau, Ines Heinze, Industrielle Buchbinderei, Verlag Beruf + Schule, Itzehoe 2001, S. 471ff</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Dieter Liebau, Ines Heinze, Industrielle Buchbinderei, Verlag Beruf + Schule, Itzehoe 2001, S. 374f</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Dieter Liebau, Ines Heinze, Industrielle Buchbinderei, Verlag Beruf + Schule, Itzehoe 2001, S. 475f</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text">Dieter Liebau, Ines Heinze, Industrielle Buchbinderei, Verlag Beruf + Schule, Itzehoe 2001, S. 485f</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">Dieter Liebau, Ines Heinze, Industrielle Buchbinderei, Verlag Beruf + Schule, Itzehoe 2001, S. 499</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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